Aktuelles Exemplar, wenig benutzt, Feder EF
Aktuelles Exemplar, wenig benutzt, Feder EF

Lamy 2000

Ein sehr individuelles Schreibgerät ...

Ein "Update" ...


Stefan schrieb mir:

Hallo Thomas,

vielen Dank für die tolle und informative Seite! Ich habe "früher" (Schule und Studium) viel mit Füller geschrieben (Lamy, Pelikan, Rotring), dann viel "direkt elektronisch" (PC, Laptop), dann wieder
mit Stiften, aber elektronischer Natur (LiveScribe oder Tablet mit active pen) um dann letztlich doch wieder bei Füller und Papier zu landen (jetzt Digitalisierungs-unterstützt mit Oxford-Paper und
Scribzee-App).
Nach einigem Rumprobieren bin ich vor ca. einem halben bei einem Lamy Scala (Feder M) gelandet mit dem ich hoch zufrieden bin.

So, nach dieser länglichen Einleitung zur Frage:
Ich habe hier jetzt viel positives zum Lamy 2000 gelesen und auch das Design spricht mich an.
Lässt sich denn halbwegs seriös abschätzen, ob eine M-Feder beim L2000 mit der M-Feder beim Scala vergleichbar ist (Breite, nicht so sehr sonstiges Verhalten)?
Die M-Feder beim Scala kommt mir bei der Strichstärke im Vergleich zu anderen Federn relativ schmal vor, passt für mich aber ideal.
Würde den Stift dann direkt bei Lamy bestellen wollen, im Moment gibt es zum Ausprobieren leider wenig Möglichkeit.

Herzlichen Dank für eine kurze Rückmeldung und viele Grüße

Stefan

Gerne möchte ich diesen Kommentar zum Anlaß nehmen, wieder einmal über den Lamy 2000 zu schreiben. Kommentare, andere Informationen, Schriftbeispiele (haben wir ja teils unter

 

https://www.pens-and-freaks.com/schriftproben/lamy-2000/

 

Ich werde zum 2000er in Kürze schreiben. Ich möchte euch gerne bitten, eigene Informationen und Erfahrungen hinzuzufügen. Denn viele von hier haben sicherlich eine Meinung zu diesem besonderen Füllhalter. Auch dafür vielen Dank.

 

Vielen Dank, Stefan, und viele Grüße

Thomas


Kommentar schreiben

Kommentare: 15
  • #1

    Uwe (Sonntag, 14 Februar 2021 16:57)

    Hallo,

    meinen Lamy 2000 habe ich nach langer Pause gerade vor ein paar Tagen wieder in Betrieb genommen und frage mich, warum ich ihn so lange nicht benutzt habe! Das soll sich jetzt ändern, und 2021 kehrt er dann sicher wieder in meine TOP 10 zurück!

    Der 2000 ist ein besonderer Füller: Ich kenne kein Füller-Design, das nach 55 Jahren (!) noch immer so frisch und modern wirkt. Auch das Material (bei der Makrolon-Ausführung) fühlt sich klasse an (ein bisschen holz-artig) und man findet es kaum bei anderen Füllhaltern (wohl wegen der schwierigen Verarbeitung des Makrolon?). Insgesamt ist Lamy (bzw. dem Designer G. Müller) damit ein großer Wurf gelungen, der bei Lamy seither so nicht wiederholt werden konnte! Das Design ist zudem so eigenständig und perfekt umgesetzt, dass jede Nachbildung als peinliches Plagiat enden muss. (Deshalb hat Lamy es auch nicht nötig, Vertrags-Händlern den Verkauf von Nachahmungen zu untersagen - wie wir es vom Hersteller der berühmten „Zigarre“ kennen.)

    Nun aber zur Frage von dir, Stefan, nach der Federn-Breite. M.E. ist eine „seriöse Abschätzung“ nicht möglich! Erstens sind die Produktionsschwankungen bei den Lamy-Standard-Federn (wie sie auch im Scala verbaut werden) nicht unerheblich! Wenn deine M-Feder im Scala eine „relativ schmale Strichbreite“ hat, dürfte das schon mal eine Ausnahme sein. Lamy-Federn schreiben im Durchschnitt eher vergleichsweise breit, und zwar sowohl die Stahl- wie auch die Goldfedern. Es gibt aber immer wieder mal Ausnahmen wegen der o.g. Produktionsschwankungen. Auch lassen sich Stahl- und Goldfedern schlecht vergleichen. Zwar schreiben nach meiner Erfahrung die Goldfedern nicht grundsätzlich breiter (wie es oft behauptet wird), aber durch die bessere Ausarbeitung des Feder-Schlitzes ist der Tintenfluss oft üppiger, was den Eindruck einer größeren Strichbreite vermittelt. Dazu kommt, dass der Lamy 2000 eine kleinere Goldfeder hat, die von der Standard-Feder der anderen Lamy-Modelle abweicht und ein anderes Schreibgefühl bietet.

    Mit dem Kauf des Lamy 2000 mit M- oder F-Feder gehst du m.E. aber kein Risiko ein. Lamy ist in Sachen Federntausch außerordentlich kulant und verlangt ggf. nur die anfallenden Porto-Kosten. Die fragen dabei auch nicht nach der Rechnung oder dem Händler und tauschen eine intakte Feder sogar noch lange nach der Garantiezeit; ich kann das aus eigener Erfahrung sagen. (Kleiner Tipp: bevor du direkt im Lamy-Shop bestellst, schau noch mal bei anderen Online-Händlern (ich möchte hier keine Namen nennen). Die liegen im Preis gerne satte 30% niedriger!)

    Viele Grüße
    Uwe

  • #2

    Pens and Freaks (Sonntag, 14 Februar 2021 18:04)

    Danke, Uwe. So ist es. Die Federn fallen eher breiter aus. Das kann aber z. B. auch bei F zu recht unterschiedlichen Federbreiten führen. Beachtenswert ist auch, daß der relativ enge "Sweet Spot" der feineren Federn beim Führen recht viel Aufmerksamkeit erfordert, schon bei leichtem Verkanten setzt der Tintenfluß komplett aus. Je breiter die Feder, desto weniger. Die Feder ist klein und das macht bei dem Federschliff schon einiges aus. Bei anderen Füllhaltern ist das viel weniger problematisch. Beispiel Parker "51" oder Pilot Capless. Ob da eine schmale M oder eine breitere F als das Optimum herauskommt? Wer weiß? Das sieht man erst beim Testen. Ich würde für den guten Preis einen 2000er am ehesten bei einer Firma mit dem A bestellen, da die Rücksendung immer problemlos ist (keine Werbung, keine persönlichen Interessen). Aber ein Preisvergleich prinzipiell lohnt sich immer. Bei Lamy bezahlt man einen Preis, ohne ein Mehr an Komfort zu bekommen.

    Ich werde aber den Lamy 2000 die Tage nochmals aus meiner heutigen Sicht vorstellen.

    Die Feder ist prinzipiell saftig, aber nicht übermäßig und schreibt selbst mit einer Lamy blau sehr gut. Breite Federn haben sehr häufig "Baby´s Bottom"-Effekte und quietschen. Die Schrägfedern sind angeschrägte Kugelfedern ohne Strichvariation und laufen sehr breit bis enorm breit (OB, OBB).

    Viele Grüße
    Thomas

  • #3

    Stefan (Sonntag, 14 Februar 2021 20:25)

    Hallo Uwe und Thomas,
    vielen Dank für euer nützliches Feedback.
    Dann scheint mir "F" wohl eher das richtige. Ich probier's mal aus.
    Bleibt noch die Frage nach dem Material. Edelstahl ist mir bekannt und beliebt (Rotring 600, einige Jahre her, aber mit einer "B", die "F" ist mal kaputt gegangen...; Caran d'Ache ECRIDOR RETRO; zu schmal, Tintenfluss hat hat auch nie richtig gut funktioniert und trotz Reparatur immer wieder geleckt); mit Makrolon habe ich keinerlei Erfahrung.
    Meinungen?

    Und bei dem (Zwischen-) Händler mit A versuche ich prinzipiell nichts zu kaufen sondern die lokalen Läden zu unterstützen. Was manchmal nicht einfach ist, ist aber eine andere Diskussion.

    Herzlichen Dank und viele Grüße

    Stefan

  • #4

    Pens and Freaks (Sonntag, 14 Februar 2021 21:49)

    Makrolon, ganz klar. Der Edelstahl is speziell: schwer und weniger handlich, hat kein Sichtfenster.

    Der schwarze 2000er besteht aus glasfaserverstärktem Makrolon (R) und Edelstahl. Die Balance ist gut, der Halter nicht zu schwer und angenehm zu halten. Das Material ist sehr robust. Und er hat ein Sichtfenster.

    VG

  • #5

    Uwe (Sonntag, 14 Februar 2021 22:21)

    Ja, unbedingt Makrolon! Die Haptik ist viel besser!
    Na ja, der Lamy-Shop ist ja auch kein „lokaler Händler“. Es muss ja nicht der mit dem „A“ sein. Ich habe auch bei einem anderen Online-Händler gekauft ... lässt sich leicht finden.
    Aber grundsätzlich ist es natürlich lobenswert, die Händler vor Ort zu unterstützen.�

  • #6

    Pens and Freaks (Montag, 15 Februar 2021 07:05)

    Natürlich kann das jeder so lokal bestellen wie es geht. Genauso kann man bei seinem Händler des Vertrauens bestellen in In- und Ausland. Wichtig ist, daß eine Rückgabe leicht und unstreßig abläuft. Auch der Preis darf eine Rolle spielen. Ansonsten hat man beim 2000 eine große Variation in den Federeigenschaften zu erwarten, die auch im Service bei Lamy nicht unbedingt aufhört.

    Daher probiere und schaue, ob der 2000 prinzipiell und das Exemplar selbst das Richtige ist.

    Viele Grüße Thomas

  • #7

    Stefan (Samstag, 20 Februar 2021 23:12)

    Jetzt hatte ich eigentlich gehofft, dass ich von meinen ersten Erfahrungen mit dem Lamy 2000 berichten kann. Aber DHL hat die Lieferung vor dem Wochenende nicht mehr hinbekommen. Der Stift verbringt jetzt trotz rechtzeitigem Versand des Händlers das Wochenende in einem DHL-Verteilzentrum :-).
    Spätestens nächstes Wochenende gebe ich Bericht.

    Nochmals danke an euch, viele Grüße

    Stefan

  • #8

    Pens and Freaks (Sonntag, 21 Februar 2021 22:16)

    Da sind wir gespannt auf Deine Eindrücke. VG Thomas

  • #9

    Stefan (Dienstag, 23 Februar 2021 22:41)

    Hallo zusammen,
    hier also meine Eindrücke vom neuen Lamy 2000.
    1. Ich habe mich über die Empfehlungen hinweggesetzt und die Edelstahlausführung genommen ;-) - und ich persönlich finde es klasse. Das Gewicht liegt mir gut, ich mag das eher Schwere (auch meine Kamera ist ein Klotz).
    2. Die Feder ist "F" und auf Oxford 90 g Papier ist es auch ziemlich "F" im Vergleich zur "M" des Scala. Auf normalem Kopierpapier ist es etwas breiter, es verläuft ein bisschen mehr, aber nicht störend.
    3. Das Schreiben ist ungewohnt sanft und geschmeidig und macht Spaß! Und ich habe den Eindruck, dass ich meine Handschrift wiederfinde. Von Gekrakel immerhin zu strukturierter Sauklaue.
    4. Im Moment nehme ich das Lamy Standardblau und bin recht zufrieden, muss bei Gelegenheit mal ein kräftigeres Blau ausprobieren. Gibt auch beim Einscannen (Adobe Document Cloud oder Scribzee) einen guten Kontrast im PDF.

    Damit schliesse ich mich allen Lamy 2000 Fans an - ich bin vollkommen zufrieden!
    Vielleicht probiere ich irgendwann dann mal die Makrolon-Variante mit "M".

    Herzlichen Dank Thomas und Uwe für eure Infos

    Viele Grüße

    Stefan

  • #10

    Pens and Freaks (Dienstag, 23 Februar 2021 23:00)

    Hallo Stefan, das freut mich sehr, daß das geklappt hat. Und dann noch der 2000M. Wenn es paßt, dann paßt‘s. Leider ohne Tintensichtfenster. Das Ding ist wie aus einem Stück. Auf den Hochglanz-polierten Clip muß man etwas mehr aufpassen, um Kratzer zu vermeiden.

  • #11

    Uwe (Mittwoch, 24 Februar 2021 17:07)

    Hallo Stefan,
    dann herzlich willkommen im "Club"! :-)
    Ja, wenn du die schweren Schreibgeräte magst, kann der 2000 aus Metall schon passen. Und sehr schön, dass dir die Feder Spaß macht (... wie wir ja wissen, liegt sie nicht jedem).
    Viele Grüße
    Uwe

  • #12

    Stefan (Montag, 01 März 2021 09:30)

    Hallo zusammen,
    so, ich hab's getan und bin seit Freitag auch stolzer Besitzer eines Lamy 2000 Makrolon mit Feder "M". Und ich konnte am Wochenende den Stift testen.
    Wie gehabt: Form und Farbe sind toll, Gewicht im Vergleich zur Edelstahlvariante geringer. Haptisch sehr angenehm.

    ABER: Obwohl es eine M-Feder ist, ist das schreiben "schwieriger" als bei der F-Feder. Die F-Feder (siehe oben) ist vollkommen unkompliziert und schreibt flüssig und satt.
    Die M-Feder macht mehr Mühe. Es gibt immer wieder leichte "Aussetzer" (v.a. zu Beginn der Worte), man muss etwas stärker drücken um einen halbwegs gleichmäßigen Fluss hinzubekommen, auch die Haltung spielt eine stärkere Rolle. Aber ich habe keine Haltung gefunden, bei der der Stift einfach flüssig schreibt.
    Mit lauwarmem Wasser spülen hat nichts geholfen.
    Auf Oxford 90 g Papier ist es stärker als auf normalem Kopierpapier. Auf normalem Kopierpapier fliesst es recht stark und wird breit, die Aussetzer sind aber nicht weg.
    Die verwendete Tinte ist die Lamy-Tinte T51 (identisch zur Edelstahl-Variante).

    Irgendeine Idee was ich noch probieren könnte? Hausmittel? Einschreiben?
    Oder müßte ich einen Umtausch / Federtausch überlegen?

    Herzlichen Dank und viele Grüße

    Stefan

  • #13

    Uwe (Montag, 01 März 2021 19:56)

    Hallo Stefan,

    wenn du mit der F-Feder gut zurecht kommst, sollte es mit der (eher unkomplizierteren) M-Feder erst recht gehen! Stärker drücken solltest du auf gar keinen Fall müssen und Aussetzer darf es auch nicht geben.

    Von Hausmitteln würde ich unbedingt abraten (außer dem Spülen, was du ja schon gemacht hast)! Natürlich könntest du es mit einer "flüssigeren" Tinte versuchen, aber da Lamy ihre Füllhalter auf die hauseigene Tinte abstimmt, muss es damit auch ohne Probleme gehen!

    Leider scheint Lamy in den letzten Jahren bei der Qualitätskontrolle kräftig zu sparen. Das merkt man den Produkten immer öfter an - bei den Stahlfedern noch mehr als bei den Goldfedern. Beim Lamy 2000 ist der Tintenfluss regelhaft sehr gut. Der Tintenleiter ist besser als bei den Füllern mit der Standardfeder. Ich denke, du hast einfach Pech gehabt und ein fehlerhaftes Exemplar erwischt. :-(

    Ich würde dir deshalb raten, den Füller mit Problembeschreibung zum Lamy-Service zu schicken. Dort versucht man erfahrungsgemäß unkompliziert zu helfen. Die Wartezeit bis zur Rückkehr des Füllers kannst du dir ja mit deinem 2000er und der gut schreibender F-Feder "versüßen"! :-)

    Viele Grüße
    Uwe

    P.S. ...schauen wir mal, was Thomas dir rät ...

  • #14

    Pens and Freaks (Montag, 01 März 2021 20:19)

    Hallo Stefan, der 2000 ist offenbar deins. Der normale 2000 ist durch sein Material einzigartig.
    Die F: Paß auf diese Feder auf! Daß sie nicht fällt. Es ist toll, wenn das paßt. Es kann sein, daß man bei einem Tausch ewig nach einer ähnlichen Feder sucht.
    Zur M: „Baby‘s bottom“-Effekt, da lohnt kein Herumprobieren. Entweder kompletter Tausch über den Händler. Oder über Lamy. Da kann man auch sagen, ob man eher eine feinere oder breitere möchte. Die tauschen aus, was ich für besser halte. Es kann aber auch eine nervige Sucherei sein.
    Das ist das Wesen des Lamy 2000. Wenn es paßt, kann es ein optimales Werkzeug sein.

    Mit den Tinten nicht rumprobieren. Der 2000 muß mit der Lamy blau optimal schreiben. Ich verwende bei den Lamy Goldfedern nichts anderes, auch nicht beim Studio mit 14K.

    Viele Grüße Thomas

  • #15

    Stefan (Dienstag, 02 März 2021 22:45)

    Hallo zusammen,

    danke für euer Feedback. Und ja, auf die Feder aufpassen - so habe ich mir mal meinen Rotring M600 vor einigen Jahren ruiniert....

    Problem gelöst?
    Interessante Beobachtung: Normalerweise nutze ich die Füller, um in Meetings Notizen zu machen. Im Home Office liegt der Block dann neben dem Laptop und ist relativ weit weg im Vergleich zur normalen Schreibposition. Bei mir ist dann die Füllerhaltung flacher als in der normalen Situation wenn das Papier vor mir liegt.
    Wenn ich den Füller steiler halte bzw. auf Papier schreibe das vor mir liegt, dann funktioniert er wie er soll und schreibt gut.
    Das das so sein kann sehe ich gerade - aber vermutlich kann man hier keine Aussage machen, in welchem Winkel eine Feder noch normal schreiben sollte :-)
    Und: was ist der Baby's Bottom Effekt? Schon öfters hier gelesen, aber noch keine Erklärung gefunden.

    Danke euch und viele Grüße

    Stefan