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SAILOR 1911 Large Black Luster (F)

Schöner schwarzer Füllhalter aus Hiroshima

Sailor hat eine neue attraktive Variante des großen 1911 mit seiner besonderen 21K-Goldfeder im Programm. Diese Version heißt "Black Luster" und besteht aus hochglänzendem schwarzem Kunststoff mit "ion-plated" Akzenten einschließlich Feder und Metallgriffstück. Sailor ist sich über die Haltbarkeit nicht ganz sicher und schreibt als Warnhinweis: 


"Please note the 21k solid gold nib on this pen is specially ion-plated to give the unique color. Only Sailor inks should be used with this pen to avoid damage to the nib plating. Any damage to the nib caused by the use of other branded inks, will not be covered under the Sailor standard warranty."

Wikipedia schreibt dazu: "Unter „Plattieren“ versteht man in der Metallbearbeitung das Aufbringen einer höherwertigen Metallschicht auf ein anderes Metall. Beim Ionenplattieren geschieht dies nicht durch Angießen oder Aufschweißen, sondern über eine plasmagestützte Methode. Dabei wird zunächst die Substratoberfläche mittels Ionenbeschuss aus dem Plasma gereinigt (ein sogenanntes „soft etch“ per Sputtern). Anschließend wird aus einer Verdampferquelle Metalldampf zugeführt. Dieser ionisiert teilweise im Plasma und wird durch eine Vorspannung (0,3 bis 5 kV) am meist vorgeheizten Substrat auf dessen Oberfläche beschleunigt und bildet auf dem Substrat eine Schicht des verdampften Materials. Durch den ständigen Beschuss mit Metallionen wird immer wieder ein Teil des Substrats bzw. der Schicht abgetragen (abgesputtert). Die gelösten Atome kondensieren wieder auf dem Substrat und tragen zur Schichtbildung bei. Der ständige Ionenbeschuss modifiziert die Schichteigenschaften, so verbessert er meist die Haftung der Schicht. Die entstehende Schichtstruktur hängt dabei stark von der Temperatur des Substrates ab."


Bekannt wurde diese Technik auch als PVD ("physical vapor deposition"). Parker z. B. setzte diese Technik bereits vor über 20 Jahren als haltbare Vergoldung ein. 


Aus welchem Material (man spricht von "gunmetal plated") die Beschichtung ist, bleibt für mich derzeit unklar, aber die Kombination der Werkstoffe macht diese Variante besonders und ich denke, besonders attraktiv. Das Metallgriffstück macht den Unterschied zu den üblichen Varianten. Der Halter wiegt 26 bzw 16 g (ohne Kappe; auf 2 g genau gemessen) und hat einen deutlichen vorderen Schwerpunkt. Das sorgt für ein satteres Handling und einem subjektiv verbessertem Qualitätseindruck. Letztlich ist es aber eine Variante mit dem bekannten CC_Füllsystem. Hier ein Schriftbeispiel  mit einer Sailor Blue-Patrone:


In der Literatur wird diese beschichtete Feder gerne als etwas elastischer beschrieben und ich kann das zumindest andeutungsweise nachvollziehen. Es entsteht eine leichte Strichvariation bei geringem Druck (Vorsicht: 21K Gold ist weich!).

 

Letztlich ist es aber eine rigide typische Sailor-Feder. Der Tintenfluss ist mittelstark und die Feder zeigt einen gleichmäßigen Strich in allen Ebenen. Wie bei Sailor gewohnt ist die Punktspitze etwas rauher und sorgt somit für das sehr typische Sailor-Schreibgefühl. Die F-Feder ist breiter als z. B. bei Platinum und eher ein leicht schmaleres typisches F. Mit der Sailor-Tinte, die eher etwas breiter läuft, ist es ein recht satter Strich. In den USA werden zudem auch Federn mit der Stärke EF, M, B und Zoom angeboten.

 

Beschrieben werden Ablösungen der Beschichtung der Feder bei Benutzung anderer Tinten. Daher sollte man sich an die Sailor-Anweisung auch halten. Die eigenen Patronen sind problemlos recht günstig zu erwerben  als 12er-Gebinde. 

400 dpi
400 dpi

Zusammenfassende Beurteilung:

Ich wollte euch gerne diese vornehme Variante des großen 1911, des Large mit seiner schönen 21K-Goldfeder vorstellen. Das Besondere darüber hinaus ist der veränderte Schwerpunkt und das glatte, aber nicht "schlüpfrige" Griffstück, auf dem man durchaus Fingerabdrücke sieht, was aber nicht stört nach meinem Empfinden.

 

In dem Exemplar aus Japan (sonst kann das durchaus anders sein) liegt kein Konverter bei, den man aber für ca. 9€ erstehen kann (eigenes System!). Ansonsten kann man problemlos die Sailor-Patronen verwenden.

 

Auf den Einsatz von Sailor-Tinte habe ich bereits als Warnhinweis des Herstellers hingewiesen. Das mag im Einzelfall abschreckend sein. Ansonsten ein praktischer Halter, der neben seinem gewohnt sehr überzeugenden, aber eigenem Schreibverhalten in der Praxis überzeugen kann. Die Schraubkappe mit ihren 1 2/3-Umdrehungen sitzt fest, verhindert Austrocknen und der Corpus dreht sich nicht geben das Griffstück dank Gummiring (haben alle Sailor) auf. Die Material- und Verarbeitungsgüte ist exzellent. Der typische Clip ist fest und praxisnah. Die gestalterische Nähe zum Vorbild Montblanc ist nicht zu übersehen, entspricht bei allen drei großen japanischen Herstellern (Pilot,. Platinum, Sailor) dem typischen japanischen Füllhalter. 

 

Bei der Bezugsquelle sollte man günstige Angebote aus Japan nutzen, um den Preis unten zu halten. Dieses Exemplar kostete um €200 (keine VK). Durch die veränderte Zollsituation kommen die Halter heutzutage schnell und ohne Zollkosten an. Ein weiteres Plus. Über Tinte im Blut in Wiesbaden besteht zudem ein freundlicher und kompetenter Service. Ob darüber Service eines in Japan gekauften Sailor übernommen wird, könnte man im Bedarfsfall vorweg abklären. Ansonsten kann man dieses Modell aber auch in Europa bekommen. Wie bei japanischen Schreibgeräten durchaus üblich, sind sie gegenüber dem Heimatland leider recht teuer.


Anhang die "old fashioned" Verpackung, die einen 70er-Jahre-Eindruck hinterlässt. Eher zum Schmunzeln ...


Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen und ihr schaut wieder herein. Danke auch für Kommentare.

 

Viele Grüße

Euer Thomas


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