Der Leib- und Magenfüller

Eigentlich wußte ich nicht, was ich diesen Monat schreiben sollte. Ich mache so etwas immer spontan. So ist es auch mit meinen Texten, die ich in der Regel gerade so schreibe und einstelle. Ich mache da keine Planungen. Das ist immer "direkt aus der Feder", auch wenn das hier natürlich alles elektronsich erstellt wird.

 

Wenn ich hier so meinen Lamy Studio Imperial Blue mit seiner EF-Stahlfeder so liegen sehe, dann komme ich auf das Thema.

 

Mancherorts lese ich von Füllhalter-Freunden, die sich schwer tun, DAS Schreibgerät für die tägliche Arbeit zu finden. Das hängt sicher auch damit zusammen, daß es den klassischen Fachhandel weniger gibt als früher. Vor 20 bis 25 Jahren konnte man in alten Geschäften sehr gut bedient werden. Und man hatte das richtige Produkt, so wie den richtigen Schuh.

 

Denn eigentlich ist es in der Tat die Suche nach dem richtigen Schuh, der paßt, also nach dem richtigen Füller, den man immer dabei hat und dessen Abwesenheit oder gar Verlust einem richtig an die Nieren geht.

 

Ist das denn immer ein alter oder hochwertiger Füller? Das kommt ein bißchen darauf an, ob man für SEINEN Einsatz (und nur um den geht es) überhaupt einen besonderen Füllhalter einsetzen kann. Ein Verlust, ein Herunterfallen, eine Oberflächenbeschädigung? Wie wahrscheinlich ist das?

 

So sollte man auch überlegen und dann probieren, wie Größe und Balance passen, welche Feder richtig ist. Und das kann bei einem preiswerteren Modell überraschend gut sein.

 

Dennoch, hochwertig im eigentlichen Sinne sollte ein Halter schon sein, nur gut schreiben ist, außer für ganz robusten Einsatz, für mein Dafürhalten nicht ausreichend. Ich habe immer feststellen müssen, daß mir ein Füller, der in Material und Oberfläche nicht überzeugend ist, mit der Zeit weggelegt wird. Eine stumpf werdende Oberfläche, ein unangenehmer Geruch, eine quietschende Schraubkappe, ein wackeliger Clip. Das ist nichts für mich.

 

Und obwohl ich zig Füllhalter habe, benötige ich für einen täglichen robusten Einsatz einen Schreiber, der mehr ist als nur ein gut schreibender Füller.

 

Doch recht überraschend ist es ein Lamy Studio geworden. Und eben nicht eine Edelstahlvariante (Modell 065), die mir sehr gut gefällt, sondern ein beschichtetes Modell, der neuere blaue Imperial Blue mit einem Metallgriffstück. Dieses liegt mir mehr und auch die glatte Oberfläche mehr als die recht rauhe des schönen Edelstahlmodells. Dabei tue ich mich schwer mit den Metallgriffstücken, wie sie Mode geworden sind. Hier paßt es optimal.

 

Die Kappe sitzt fest und dreht sich nicht, der Tintenleiter ist gut und schreibt gleichmäßig, die EF-Feder ist angenehm und im Falle einer Beschädigung preiswert und einfach zu ersetzen, der Clip ist funktionell und ich kann einen Konverter einsetzen, der allerdings zugekauft werden muß.

 

Als Tinte verwende ich derzeit nur noch die Montblanc Midnight Blue, die in diesem Halter perfekt läuft, sie trocknet nicht aus und pappt auch nicht sofort fest, wenn man die Kappe nicht augenblicklich schließt. Sowas ist mit dieser Eisengallustinte nichts.

 

Einen solchen Füller zu finden für SEINEN Einsatz, das wünsche ich jedem Füllerfreund. Und dennoch gibt solch ein Halter den Blick frei auf die vielen besonderen Füller, die es gab und gibt. Leider wird die Leidenschaft für den nächsten Füller nicht gebremst, darf ich aber sofort nachlegen.

 

Dadurch daß ich viele Unterschriften anfertigen muß und auch mit anderen Tintenfarben arbeite, benötige ich dennoch mehrere Halter im Tagesablauf. Aber der EINE, der Studio, ist immer dabei.

 

Und wenn ich ihn verlieren würde, nun, das wäre nicht schön, aber ich könnte ihn ersetzen und würde mich nicht so arg ärgern.

 

Vielleicht ist das für alle Leser eh klar, was ich sagen wollte, vielleicht gibt das auch Anregung.

 

Ich wünsche jedenfalls den Lesern einen schönen Monat und bis zum nächsten Mal.

 

Thomas

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