Rotring Tintenkuli

Einfaches Modell in Schwarz, es gab viele Modelle, auch mit Metallkappe. Und natürlich in den Anfangsjahren aus Celluloid.
Einfaches Modell in Schwarz, es gab viele Modelle, auch mit Metallkappe. Und natürlich in den Anfangsjahren aus Celluloid.

 

Der Tintenkuli ist ein Röhrchenfüller für Schreibtinte, der 1928 auf den Markt kam. 1953 wurde er ergänzt durch den Rapidograph, einen Tuscheschreiber, wie der vor der Digital-Ära beim technischen Zeichnen verwendet wurde. Durch den Kugelschreiber verlor der Tintenkuli in den 50er Jahren an Bedeutung und Anziehungskraft.


Mein Tintenkuli aus schwarzem Plastik und vergoldeten Akzenten trägt den berühmten roten Ring am Füllknopf. Ich habe ihn schon über 10 Jahre und er funktioniert einwandfrei mit allen möglichen Tinten.

Er hat eine feste Schraubkappe und ein großes, nützliches Sichtfenster. Der Tintenvorrat ist gut, die Tinte verdunstet mit der Zeit. Der Tintenfluß ist sehr gleichmäßig, man muß den Stift aufrecht halte und wenig absenken, um einen guten Fluß und ein recht komfortables Schreiben zu erreichen. Das Röhrchen drückt den feinen Innendraht nach oben und läßt die Tinte an die Schreibspitze. Entlastet bringt ein Gewicht am anderen Ende den Drahl an der Röhrchenspitze wieder zum Vorchein.

 

Das Vorderteil läßt sich aufschrauben und bei Bedarf ein eingetrockneter Draht wieder gangbar machen. Die Blindkappe wird entfernt und der Kolbenfüller über den darunter liegenden Füllknopf gefüllt.

Ein solcher Halter ist für einen Füllhalterfreund möglicherweise nicht ganz das Richtige, fehlt doch das weiche Schreiben mit einem unverkrampft und flach geführten Schreibgerät. Auf der anderen Seite kann er einen Kugelschreiber prinzipiell komplett ersetzen (Durchschreiben) und er ist auch sehr robust. Nach vielen Jahren wird die Vergoldung etwas schwächer an wenigen Stellen und der Kunststoff verliert nach Brillanz. Eine Meisterstück-Oberfläche darf man nicht erwarten.

Dennoch ist mit dem Tintenkuli ein schönes, gleichmäßiges Schriftbild möglich mit der Tinte eigener Wahl. Es ist ein langlebiges Präzisions-Schreibgerät guter Qualität, das auch gut in der Hand liegt, wer mehr Länge braucht, kann die Kappe sehr gut aufsetzen. Der Tintenkuli ist schon aus einer anderen Zeit, als man über ein solches Schreibwerkzeug froh war und es sehr lange benutzt hat.

Der Nimbus der Firma Roting entstand durch den Tintenkuli und die hochwertigen Produkte bis in die Neuzeit sind die logischen und konsequenten Nachfahren gewesen. Im Zeichenbereich ist der Tuschefüller Rapidograph ein Werkzeug an sich und hatte die Ziehfeder schnell verdrängt.

 

Ich hoffe, der Beitrag hat Euch gefallen.

 

Viele Grüße

Thomas

 

14.7.13: Margrit hat mir nachfolgende Verpackung mit Anleitung und Garantieschein zugeschickt. Ganz herlichen Dank dafür.

 

VG Thomas

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Kommentare: 18
  • #1

    Thomas von pens-and-freaks (Montag, 20 August 2012 21:17)

    Eine sehr schöne Limited Edition kam 1998 zum 70. Geburtstag von Rotring mit zwei Vorderteilen, 1x Feder und 1x Röhrchenfeder. Wunderschöner Schreibgerät: Rotring Limited Edition 1928

  • #2

    Reform (Freitag, 21 Dezember 2012 19:53)

    Kennen Sie den Füller der zum Tintenkuli passt?

  • #3

    Gloger (Montag, 14 September 2020 18:45)

    Ich habe auf einem Hausflohmarkt am Sonntag den 13.09.2020 einen tollen Tintenkuli, wie den von Ihnen abgebildeten für 10,- Euro erworben. OVP und Beschreibung alles vorhanden. OVP wie neu, nur ist darauf kein blauer 8strahliger Stern.! Auf der Beschreibung bzw. Gebrauchsanweisung steht noch die Typenbezeichnung 800A.!Vielleicht können Sie mir sagen, wann selbiger Tintenkuli hergestellt wurde.! Trotz eifrigen Suchens im Internet, gibt es über die 800A keine genauen Angaben.! Für Ihre Rückantwort wäre ich Ihnen sehr verbunden.! Mit freundlichem Gruß Rüdiger Gloger.

  • #4

    Bockelandt jan (Samstag, 15 Mai 2021 16:03)

    Vorige maand vond ik tweedehands een vastgelopen tintenkuli. Gezien ik zowat 50 jaar geleden eenzelfde eenvoudige tintenkuli had nam ik het risico om met voldoende geduld, maar zonder achterliggende info voor 10 euro deze als de mijne te mogen rekenen. Dankzij deze pens and freaks vond ik alle info in verband met de werking en reiniging. Op andere sites zag ik hoe de pen uit elkaar gehaald kon worden. Met een elastiekje rond de vastzittende delen en een tangetje slaagde ik erin om alles los re maken. Jammergenoeg stak de naald muurvast. Ik kocht bij de apotheek 3 gram salmiak ( ammoniumchloride) en lengde die aan met wat water in een flesje zoals je dat hebt voor neus/oordruppels. Na 3 weken geduld kwam alles los en kon ik het minuskule propje eruit duwen. De pen schrijft nu zoals ik ze mij 50 jaar geleden kon herinneren. Nostalgie ten top. Gebruik geen detergenten noch alcohol las ik overal, maar geduld en vertrouwen in salmiak, zoals door de ontwikkelaar van de pen beschreven was de oplossing. Succes aan hen die het proberen. En weet.... het loont de moeite. Good luck.

  • #5

    Paf (Samstag, 15 Mai 2021 16:27)

    Auf Deutsch heißt es:

    Letzten Monat habe ich einen gestauten Tintenkuli aus zweiter Hand gefunden. Da ich vor ungefähr 50 Jahren die gleichen einfachen Tintenkuli hatte, ging ich das Risiko ein, sie mit genügend Geduld, aber ohne zugrunde liegende Informationen für 10 Euro, als meine zu betrachten. Dank dieser Kutteln und Freaks fand ich alle Informationen über den Betrieb und die Reinigung. Auf anderen Seiten habe ich gesehen, wie der Stift auseinander genommen werden kann. Mit einem Gummiband um die festsitzenden Teile und einer Zange gelang es mir, alles zu lösen. Leider steckte die Nadel fest. Ich kaufte 3 Gramm Salmiak (Ammoniumchlorid) in der Apotheke und fügte etwas Wasser in eine Flasche, wie Sie es für Nasen- / Ohrentropfen haben. Nach 3 Wochen Geduld löste sich alles und ich konnte das winzige Pellet herausschieben. Der Stift schreibt jetzt, wie ich mich vor 50 Jahren erinnern konnte. Nostalgie von ihrer besten Seite. Verwenden Sie keine Reinigungsmittel oder Alkohol, die ich überall lese, aber Geduld und Vertrauen in Salammoniak, wie vom Entwickler des Stifts beschrieben, waren die Lösung. Viel Glück für diejenigen, die es versuchen. Und wissen Sie ... es zahlt sich aus. Viel Glück.

    Google Übersetzer

    Das ist ein Leserkommentar. Ich lasse das so stehen. Ich übernehme keinerlei Verantwortung für Schäden o. ä. Das ist auf eigenes Risiko.

  • #6

    Pens and Freaks (Sonntag, 16 Mai 2021 16:56)

    Die Korrespondenzsprache ist Deutsch. Das bitte ich zu beachten. Über Übersetzer kann man sich ja helfen.

  • #7

    Tom (Freitag, 10 Juni 2022 08:30)

    Moin,
    ich habe genau den abgebildeten Tintenkuli, ebenfalls mit Originalverpackung.
    Meine Frage: an welcher Stelle läßt sich der Kopf abschrauben (der Draht ist verklebt)?

    längeres Wässern hat bei dem gleichzeitig in Arbveit befindlichem Montblanc 342 G geholfen. Beim Tintenkuli tut sich jedoch nichts (kein 'klackern' beim Schütteln).

    Grüße aus Hamburg

    Tom

  • #8

    Skye Tamaš (Sonntag, 18 Dezember 2022 14:16)

    Hallo,
    Habe einen alten Rotring Tiku von meinem Vater versucht, wieder in Betrieb zu nehmen.
    Beim Aufschrauben ,habe ich festgestellt, daß der Dosierstift( also dieser feine Draht im Röhrchen) vom Dosierkolben abgebrochen ist, und der Kolben zersetzt und angefressen aussieht.Ich glaube ,daß ein Stück des Stiftes im Röhrchen steckt.
    Kann man sich da noch irgendwie behelfen?
    Beste Grüße,
    Skye

  • #9

    Pens and Freaks (Montag, 19 Dezember 2022 00:15)

    Das Vorderteil kann man aufschrauben und die Einheit ersetzen. Wer diese liefern kann, kann ich allerdings nicht sagen.

  • #10

    Jörn (Sonntag, 11 Juni 2023 10:05)

    Dankeschön für diesen interessanten, und so ausführlichen Bericht. Ich habe so eine Kuli auf dem Flohmarkt erstanden, und war auf der Suche nach Informationen um ihn wieder gangbar zu machen. Nun weiß ich mehr und freu mich sehr.
    dankeschön

  • #11

    Pens and Freaks (Sonntag, 11 Juni 2023 23:49)

    Hallo Jörn, gern geschehen.

    Viele Grüße Thomas

  • #12

    Thomas (Montag, 07 August 2023 14:23)

    Grüß euch,

    ich habe sehr günstig einen rOtring Tintenkuli (lt. Verkäufer die Version "Deluxe") mit silbener Metallkappe, erstanden. Leider finde ich im Internet nichts zum Produktionszeitraum, könnt ihr mir da bitte helfen?
    Bilder findet ihr hier https://www.penexchange.de/forum_neu/viewtopic.php?f=9&t=37703 (da wurde ich auch an euch verwiesen).

    Danke und freundliche Grüße aus Wien,
    Thomas

  • #13

    Thomas (Donnerstag, 10 August 2023 17:29)

    Grüß euch,

    so wie es aussieht, wurde dieses Modell ab 1955 produziert: https://rotringmuseum.com/history.php

    freundliche Grüße aus Wien,
    Thomas

  • #14

    Prof. Roland W. Schulze, Bremen (Montag, 10 Juni 2024 10:22)

    Hallo Thomas,
    vielen Dank für den tollen Artikel! Ich bin sowieso Rotring-Fan und liebe meinen Rotring600-Füller aus der ersten Generation von 1990. Ichhabe auch den entsprechenden Klugelschreier, einen 0,5mm Druckbleistift und den Multistift "3in1"! Den 600er Rollerball suche ich noch.
    Den Tintenkuli und einen frühen Rapidograph hatte ich von meinem Vater geerbt, der damit inden 60er Jahren Bauspläne für Radioschaltungen zeichnete.
    Ich habe zwar beide Stifte in eBay zum Verrkauf annonciert, werde das aber wieder zurückziehen und den Tintenkulie wieder aktivieren!

    Gruss aus Bremen von Roland

  • #15

    Volker (Donnerstag, 18 Juli 2024 20:40)

    Nun habe ich, dank Flohmarkt, einen Rotring Tintenkuli erstanden. Dazu folgende Frage: Das Vorderteil, dort wo die Röhrchen-Feder sitzt, muss ich aufschrauben, da der Draht, trotz Klappergeräusch, nicht austritt. Hat das Vorderteil ein Links- oder ein Rechtsgewinde?
    Ich hoffe, mir kann weitergeholfen werden! Gruß volker

  • #16

    Pens and Freaks (Donnerstag, 18 Juli 2024 21:38)

    Gegen den Uhrzeigersinn, Volker.

    Viele Grüße Thomas

  • #17

    Volker (Freitag, 19 Juli 2024 05:53)

    Vielen Dank, von der Seite mit der Rührchenfeder betrachtet oder von "oben" also dem Füllerkörper?

  • #18

    Pens and Freaks (Freitag, 19 Juli 2024 11:25)

    Von vorne aus betrachtet.