Neben den anderen Spitzenmodellen 88 und Optima gibt es seit 1998 den Talentum. Ich finde, diese Ausführung ist besonders geglückt mit seinem Taubenblau und der Glanz erkunden Metallkappe. Er will damit äußerst hochwertig. Interessanterweise ist dieser etwas preisgünstigere Aurora größer als die anderen Ausführungen, der günstigere Preis entsteht durch das Konverter-/Patronen-Füllsystem (System Parker!). Der Konverter wird mitgeliefert. Die Auswahl an Federstärken ist extrem groß. Manche kosten jedoch auch Aufpreis.
Aurora aus Turin fertigt im Grunde alles in-house. Natürlich auch die Federn. Die Tinten Leiter bestehen wie früher aus Haargummi. Für den Tintenfluß ist dieses Material prinzipiell überlegen.
Dieses Modell hat eine EF-Feder und schreibt vorzüglich. Muss allerdings wissen, dass die 14 K-Federn bei Aurora sehr unterschiedlich ausfallen und absolut Regine sind.
Neben den Ausführungen mit verchromten Akzenten und platinierten Goldfedern gibt es auch Varianten mit gelb goldenen Akzenten und einfarbigen Gelbgoldfedern. Bekannt geworden ist der Talent aber mit seinem kühlen, silberfarben akzentuierten Touch. Damals war dies noch eher ungewöhnlich.
Aurora existiert seit 1919 und fertigt in einer Villa außerhalb von Turin. Die Fertigungsqualität der hochwertigen Serien, gerade auch der Limited Editions, ist sehr hoch. Die Federn, die mit den der anderen hochwertigen Modellen identisch sind, sind mit ihren manchmal etwas rau laufenden Schreibkörnern sicherlich nicht jedermanns Sache. Findet man allerdings ein Exemplar und lässt eventuell auch die Feder von einem Experten nacharbeiten, so bekommt man ein großartiges Schreibgerät. Für ein Leben lang.
17.6.2025
Kommentar schreiben
Uwe (Dienstag, 24 Februar 2026 19:51)
Hallo Thomas,
vielen Dank für den Beitrag zu diesem schönen Füller!
Zwei Fragen hätte ich. Du schreibst, die Federn fallen "sehr unterschiedlich" aus. Bezieht sich das auch auf die Federstärke? Wie breit/schmal schreibt eine EF? Ich gehe davon aus, die Richtung geht in "europäische" EF? Aber da gibt es ja auch große Unterschiede. Mit einer "JoWo-EF" (Kaweco/TWSBI) kann ich z.B. noch ganz gut leben (die sind in den letzten Jahren ja deutlich feiner geworden). Aber mit den breiten "Lamy-EF" (Gold) habe ich schon Probleme. Wo liegt da die Aurora-Feder?
Zweite Frage: Wie sieht es mit der Kappen-Dichtigkeit aus? Bleibt die Tinte einige Tage frisch - auch bei Nichtbenutzung?
Ich freue mich auf deine Antwort!
Viele Grüße aus HH
Uwe
Pens and Freaks (Dienstag, 24 Februar 2026 20:01)
Hallo Uwe, danke für Deinen Kommentar. Da ist ein Schreibfehler bei mir drin, rigide muß es heißen.
Unterschiedlich heißt hier, sprengt alle Vorstellungen. Fast japanisch extrafein bis fast Lamy-Goldfeder EF.
Die Federn laufen meist harsch und laut. Das mag man bei Aurora so. Zudem ist der Talentum deutlich größer als ein MB 146 oder Aurora 88.
Die feinen Federn, eine besondere Sache! Das sprengt hier aber den Rahmen. Ich weiß, wie schwer man es heute mit feinen Federn hat.
Ich mach bald mal eine Übersicht.
Viele Grüße
Thomas
Uwe (Dienstag, 24 Februar 2026 23:34)
Vielen Dank, Thomas, für die schnelle Antwort. Gut, dass du nochmal auf die Größe des Füllhalters hinweist! Mit den "Riesen" kann ich mich ja selten anfreunden.
Meine zweite Frage bezog sich auf die Kappen-Dichtigkeit. Hast du da Erfahrungen?
Viele Grüße
Uwe
P.S. Auf die Übersicht mit den feinen Federn freue ich mich schon! :-)
Pens and Freaks (Mittwoch, 25 Februar 2026 20:48)
Ist dicht. Erst nach längerer Zeit ohne Benutzung Verdunstung der Tinte, aber Tintenfluss sofort ohne Unterbrechung.