Danke, Uwe, für diese Detailansicht (1/2016)
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Pelikan M400

Gelegentlich sollte ich zur Vervollständigung den Pelikan-Goldfederfüller schlechthin vorstellen. Dieser kam Mitte der 1980er Jahre zurück in den Handel, nachdem (aus Japan) vermehrt Nachfrage kam und man über Jahre zunächst den 400er als 400NN-Remake von Merz und Krell hat fertigen lassen. Dann kam der 400er wieder zunächst mit grün- und Schildpatt-gestreifter Binde mit der einfarbigen Goldfeder und großer Federauswahl. In den 90ern kostete der Halter im Stile des alten 400 von 1950-55 um 240 DM. 1997 erhielt der Halter dann die jetzige Ausführung mit der Bicolorfeder und einer erweiterten Federauswahl (vor allem Schwarz und Blau-/Rot-gestreift). Zudem gibt es Sondermodelle und die M405 mit versilberten Akzenten. Die exakte Vorstellung würde den Rahmen sprengen und kann in der Pelikan-Webseite nachgesehen werden.

 

Seit 1997 als Bicolorfeder und Doppelkappenring statt einfachem. Zudem Doppelring am Füllgriff. Aktueller VK 285 Euro.

 

Der leichte und nicht sonderlich ausbalancierte Halter, nach heutiger Vorstellung recht kurz und dafür schmächtig, liegt mit aufgesteckter Kappe dann durchaus sehr gut in der Hand.

 

Die Federauswahl, die Oblique-Federn wurden inzwischen eingestellt, ist dennoch groß zwischen EF, F, M, B und BB. Sonst gab es auch  noch die OM, OB und OBB.

 

Großes Plus ist die langlebige Machart und die insgesamt gute Material- und Verarbeitungsqualität. Sehr schön, daß man das Federaggregat leicht herausschrauben kann. Für die Reinigung eine sehr gute Sache.

 

Die Tintenleiter sind exzellent und gehören zum Besten, was der Markt anbietet.

 

Die Kappenbefestigung ist nicht optimal. Man muß die Kappe richtig festdrehen, die Kappen gehen gerne auf. Also Vorsicht. In der Gesamtqualität kommen sie dennoch nicht an die früheren Celluloid-Modelle 400, N und NN der 50er und 60er Jahre nicht heran. Die wirken wie aus einem Guß. Aber dennoch sind gerade die Gestreiften überzeugend gut gemacht. Die schwarzen Halter haben nicht ganz die Tiefe und die Oberflächenhärte wie z. B. die Montblancs und sind etwas weicher. Auch wenn man Abnutzungen oder Gebrauchsspuren nicht so leicht erkennen kann, fehlt der Porzellancharakter doch ein wenig. Dennoch sind es zusammen mit den 600ern und 800ern die mit empfehlenswertesten Kolbenfüller der Zeitzeit. Der M1000 hat eine elastische Bockfeder, die anderen (wie auch die M400er) eine Pelikanfeder. Die Federn sind rigide und haben teils weniger Elastizität als die M200er mit Stahlfeder, die dünnere Federn haben. Die M300 sind in der Regel elastischer.

 

Nicht ganz optimal sind die recht großen Federspitzen, die auch bei den feinen und sehr feinen Federn recht breit laufen. Daher finden Freunde feinerer Federn hier mitunter keine optimale Feder. Die runden M-Federn hingegen kommen Freunden glatter und saftiger Federstriche sehr entgegen. Die breiteren und vor allem Oblique-Federn haben vor allem bei den 800ern Ihre Liebhaber gefunden.

 

Nur zur Ergänzung: Die M800 haben gegenüber den 600ern, die nur etwas größer als die 400er sind, Metallteile im Füllmeachnismus und liegen satter und ausbalancierter in der Hand.

 

Bilder folgen.

 

VG Thomas

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Kommentare: 3
  • #1

    Sven K. (Donnerstag, 28 Januar 2021 20:59)

    Hallo zusammen,
    habe mir aufgrund der erhofften Semiflexibilität einen Pelikan M400 pre1997 in OM zugelegt. NOS, aber Federschenkel asymmetrisch und daher sehr kratzig auf dem Papier. Mit einer Kombizange ließ sich das einigermaßen richten. Dann auf japanischen Wasserschleifsteinen bis zur 12000er Körnung im richtigen Schreibwinkel geschliffen und auf Leder mit Diamantpaste abgezogen. Es ist jetzt eine OM-Stub geworden.
    Vom Tintenleiter bin ich nicht so überzeugt - oder ist der Federschlitz zu eng?
    Trockenere Eisengallustinten schreiben sehr dünn. Mit der Platinum Blue Black funktioniert der Füller jetzt ganz gut, wenngleich die Farbe ein helleres Mittelblau ist.
    Ein Lob an Pelikan: man bat mich nach Aufhebung der Corona-Beschränkungen den Füller einfach in den Tintenturm Hannover mitzubringen. Bei einer Tasse Kaffee werde ich mir dann in aller Ruhe einen wirklich passenden Füllfederhalter aussuchen.

    Mein Fazit: den nächsten Füller kaufe ich im Laden, auch wenn es teurer ist!

    Viele Grüße

    Sven

  • #2

    Pens and Freaks (Samstag, 30 Januar 2021 21:22)

    Hallo Sven, Pelikan hat seine Federn früher immer wieder verändert. Ich erinnere mich in den End-90ern an eine 14K-Goldfeder in M mit einem feinen Strich und leichter Elastizität. Die 14K-Goldfedern der M800 der Anfangsjahre waren wunderbar und teilelastisch. Bei den Goldfedern bis auf dem M1000 (der wiederum andere Probleme hat) sind diese eher breit und rigide. Bei den Schrägfedern ist das durchaus O. K. Wer allerdings Schrägfedern z. B. von Montblanc aus den 60ern kennt, weiß, wie gut diese Federn schreiben können (Flügelfeder im Meisterstück 14 z. B.). Diese sind aber nicht weich, sondern federnd! elastisch. Und das ist eine ganz andere Sache.
    Es ist ein Problem des Federschlitzes. Die Tintenleiter sind sehr leistungsfähig.

    Viele Grüße
    Thomas

  • #3

    Sven K. (Sonntag, 31 Januar 2021 23:08)

    Hallo Thomas,
    vielen Dank für Deinen Hinweis!!! Habe heute die Federschenkel vorsichtig mit 2 Zangen etwas auseinandergezogen. Unter Mikroskop-Kontrolle nachgeschliffen und poliert. Jetzt funktioniert es wunderbar!
    Meine Lieblingsfedern sind die OMs und OBs. Nur leider sind diese aus dem aktuellen Sortiment von Pelikan verschwunden.

    Viele Grüße

    Sven