PLATINUM 3776 Century Chartres Blue (Fine Nib)

Mein neuer PLATINUM ist eingetroffen. Der Chartres Blue ist dem besonderen Blau der Fensterornamente der Kathedrale in Chartres nachempfunden. Es handelt sich, wie beim Modell Bourgonge in Rot, um eine Special Edition, diesmal in Blau (Transparent).

 

Nach Angaben des Herstellers auf seiner Webseite http://www.platinum-pen.co.jp/e_fountainpen_century_chartreblue.html wurden die ersten 2.000 Stück numieriert und entsprechend zertifiziert. Mein Exemplar hat keine Seriennummer und auch keine Serial Number Card. Der Halter kommt in der üblichen PLATINUM-Box daher. Patronen oder ein Konverter sind standardmäßig nicht dabei. Ein Konverter ist auf dem Weg. Ich habe ein Päckchen PLATINUM-Tintenpatronen Blue-Black mitgeordert. Sie haben einen eigenen Standard. 

 

Oben sieht man den Vergleich zu meinem schwarzen Modell. Dieses hat eine Soft Fine und der Chartres Blue eine Fine. PLATINUM bietet eine hohe Zahl von Federn für die verschiedenen Ausführungen des 3776 Century an. Die Palette reicht von Ultra Extra Fine (EEF) über EF, F, M, B und Z(oom) = BB bis zu Soft Fine und MS (Music). Von einem exzellenten Händler bekommt man alle Federn, die man auch bei den normalen Modellen erhält. An sich sind des standardmäßig die EF bis B. 


Da ich immer mal wieder gefragt werde. Der Halter stammt von http://www.lacouronneducomte.nl/webstore/main/3776-chartres-blue-fountain-special-edition-p-4676.html. Die Firma bietet dieses Modell preislich gut an und hat einen exzellenten, schnellen und deutschsprachigen Service. Hier wird exzellente Kundenfreundlichkeit geboten, die keine Wünsche offenlassen dürfte ganz im Stile der englischen Versender. 

 

PLATINUM muß man im Ausland, bevorzugt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) in den Niederlanden oder England einkaufen. Die Preise sind für die üblichen Modelle gut, ansonsten sollte man die Schreiber z. B. über ebay aus Japan direkt beziehen. Das gilt besonders für die teuren Izumo-Modelle, die von der Feder her auf den größeren President-Modellen basieren.

Patronen #1
Patronen #1
Patronen #2: Siehe die Metallkugel. Diese wird beim Einsetzen eingedrückt und kann sich dann in der Patrone hin und her bewegen.
Patronen #2: Siehe die Metallkugel. Diese wird beim Einsetzen eingedrückt und kann sich dann in der Patrone hin und her bewegen.
Patronen #3
Patronen #3

 

Die feine Feder hat, genau wie die elastischere Soft Fine, einen feinen Strich und recht komfortablen Lauf mit etwas Feedback und viel Gefühl. Die 3776-Federn gelten auch in der rigiden Variante als elastischer als die großen President-Federn. Der Tintenfluß in allen Ebenen ist gleichmäßig und genau richtig nach meiner Vorstellung. Die eher mittelblaue Tinte Blau-Schwarz ist mittelgradig gesättigt und zeigt geringes Shading. Sie paßt sehr gut zu dem teiltransparenten Modell. Wer mehr über die Federn wissen möchte, frage gerne. Siehe auch hier: http://www.platinum-pen.co.jp/products/fountain/ppsize_sample.html

 

Es folgt der Vergleich zum Konkurrenten Sailor 1911 Standard, der trotz aller Ähnlichkeiten doch ganz anders ist und schreibt. Auch hier: Wen das interessiert, bitte fragen. 

Platinum 3776 gegen Sailor 1911 Standard in Blau
Platinum 3776 gegen Sailor 1911 Standard in Blau

 

Zusammenfassende Beurteilung: Die Goldfeder-Standardmodelle der kleinsten der drei japanischen "Großen" sind die 3776 Century (benannt nach der Höhe des Fuji 富士山). Die neue "Slip and Seal"-Technik ermöglicht eine lange Austrockungssicherheit der Tinte. Die Kappen schließen sehr sicher und gehen nicht auf. Das sind schon einmal 2 Pluspunkte. Die Federn aus 14-K-Massivgold sind für die gerade mittelgroße Dimension des Halters recht groß ausgefallen, sehen schön und eigenständig aus und kommen in einer großen Federauswahl. Der Tintenleiter ist hervorragend abgestimmt, die Federn sind sehr gut geschliffen und lassen sich bei Bedarf nach vorne abziehen und etwas richten (Montagepunkte auf dem Tintenleite rsind vorhanden zur Längs. und Quer-Ausrichtung). Großer 3. Pluspunkt. Der Preis geht in Ordnung, Pluspunkt 4. Der Transparente sieht gediegen aus und ist in der Oberflächenhärte dem schwarzen Modell überlegen. Das spricht für das nur etwas teurere Spezialmodell. 

 

In der Gesamteinschätzung könnte ich mir den Century etwas länger vorstellen. Er ist aber in den Dimensionen gegenüber dem Sailor 1911 Standard wesentlich besser dimensioniert. Man muß akzeptieren, daß japanische Halter in ihrer Länge gerne so konstruiert sind, daß man mit aufgesetzter Kappe schreiben sollte. Im Schreibverhalten ziehe ich den PLATINUM dem Sailor Standard vor. Das ist aber alles Geschmackssache. Interessant dürfte auch der größere PLATINUM President sein, der allerdings nicht diese Federauswahl hat.

 

Für mich ist es sehr erfreulich, daß man für akzeptables Geld die hohe Schule der japanischen Federfertigung bekommt. Es ist zudem klar, warum die Nakaya-Modelle in der Zwischenheit einen so glänzenden Ruf haben, werden dies doch von ehemaligen (berenteten) Mitarbeitern der Firma PLATINUM gefertigt. 

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Kommentare: 3
  • #1

    pens-and-freaks (Samstag, 06 Juni 2015 21:48)

    Kein Kommentar zu diesem wunderschönen Füller? Er ist einer meiner liebesten Füller, wenn ich auf Reisen gehe und keine abgehende Kappe haben möchte, ein sicheres Schreibverhalten und sicheren Clip haben muß. Ein Business-Halter. Ich habe neben dem F einen zweiten mit einer butterweichen B-Kugelfeder. Der Schaft könnte länger sein, das ist mein wirklich einziger Kritikpunkt. Über Amazon.de aus Japan um 80 EUR, von la Couronne du Comte etwa das Doppelte, dann aber mit exzellentem Service. Im Handling gefällt mir der Pilot Century 742 besser, aber das Material des Platinum ist wunderbar. Jetzt gibt es weitere Spezialmodelle mit Rhodinierung und dabei neben dem blauen auch einen grau-schwarzen (Black Diamond ST und Chartres Blue ST für je EUR 185 (6/2015).

  • #2

    Joachim (Donnerstag, 11 Februar 2016 10:29)

    Hallo Thomas

    Wieder eine schöne Beschreibung. Wirklich ein wundervoller Füller. Ich verwende ihn mit der Midnight Blues ( ja so heißt sie wirklich ) von Privat Reserve. Herrlich. Nur einen Schönheitsfehler hat Platinum. Sie haben einen eigenen Patronenstandard. MIt der Metallkugel aufwändig - aber eben eigen. Also habe ich zunächst auch eine Packung Patronen bestellt. Bei meiner Überlegung auch einen Konverter zu ordern fand ich den Nakaya Adapter zur Verwendung von Standardpatronen bei dem von Dir angegebenen Lieferanten aus Tilburg. Er passt ausdrücklioh auch auf alle Platinum Füller und funktioniert einwandfrei. Ja ich kann sogar einen Standard Konverter verwenden. Ich mag möglichst einheitliche Standards. So muss ich auf Reisen eben nicht verschiedene Patronen vorhalten. Vielleicht eine Erwähnung wert.
    Danke und allen einen schönen Tag.
    VG Joachim

  • #3

    Pens and freaks (Donnerstag, 11 Februar 2016 17:52)

    Hallo Joachim. Vielen Dank für Ihre Nachricht. Der Century ist ein robuster Füllhalter. Die Oberfläche dieser Teiltranspsrenten ist nicht so hart und dauerhaft. Die matten Stellen sieht man nur im Licht. Praktisch ist er trotzdem, gerade auch unterwegs. Leider wird der gute Drehkonverter nicht mitgeliefert. Ein Platinum-Konverter bekommt man auch in Holland. Ein Nakays muß es nicht sein.

    Die großen Metallkugeln mit ihrem Geklacker sind nicht für jedermann!

    Die unterschiedlichen Standards stören mich nicht. Viele benutzen eh Tinte, die von anderen Herstellern kommen.

    Ich benutze die Aurora blau bei meinem F-Feder-Modell.

    Die Midnight Blues habe ich viele Jahregemocht, der breite Lauf und die Klebrigkeit auf der Tinte mit zunehmender Verdunstung im Glas haben mich mit der szeit gestört.

    Viele Grüße
    Thomas