Tintenbetrachtung: J. Herbin Lie de Thé (Teebraun)

Diese Herbin-Tinte gibt es in Gläsern zu 30 und auch 100 ml. 30 ml kosten um 6,75 EUR. Herbin-Tinten gibt es teils im Fachhandel (eher selten), im Künstlerbedarf etwas häufiger. Ansonsten muß man die Tinten in D im Internet bestellen. Gerade bei den besonderen Farben mit geringerem Verbrauch ist die 30-ml-Größe praktisch.

Das Teebraun ist ein sehr lebendiges Rehbraun mit wunderbarem goldenen Shading. Sehr guter Tintenfluß. Man sieht schön, wie die hervorragenden Federn in F und Stub die Farbschattierung sehr gut zur Geltung bringen. Mit der Glasfeder sieht man die typische Übersättigung durch den übermäßigen Tintenfluß. Die Grundfarbe sieht man damit aber ebenso schön wie beim Papierausstrich. Die wasserlösliche Tinte trocknet recht schnell und zeigt mit dem Clairefontaine keine Negativeigenschaften, auf dem dafür bekannten Moleskin aber kräftiges Fiedern. Das Durchdrücken damit ist durchschnittlich, aber auch, verglichen mit anderen Papieren, stark.

Auf dem Moleskin kräftige Fiederung, aber sehr schöne Farbe zusammen mit der Papierfarbe
Auf dem Moleskin kräftige Fiederung, aber sehr schöne Farbe zusammen mit der Papierfarbe
Erster Eintrag nach Befüllung des neuen Halters in meinem Brunnenkalender. Tolle Schattierung
Erster Eintrag nach Befüllung des neuen Halters in meinem Brunnenkalender. Tolle Schattierung

Meine Einschätzung

Solche Farben können niemals "everybody´s Darling" sein. Das hängt schon an der Braunfarbe, die manche fasziniert, andere überhaupt nicht berührt. Mit cremefarbenem Papier kommen die warme Farbe und die Goldene Schattierung herrlich zum Tragen. Eine warme, sympatische und persönliche Tinte, die ich mir sehr gut als "private Tinte" vorstellen kann. Sie harmoniert mit feinen und breiten Strichstärken und ist nicht Füllhalter-empfindlich.

 

Von mir alle Daumen hoch. Ich mag (fast) alle Herbin-Tinten, aber diese hat sehr viel Persönlichkeit. Wer solche Tinten gebrauchen kann, der könnte mit der Lie de Thé sehr zufrieden sein.

Ergänzungen

Für mich etwas überraschend war die Resonanz auf die Tinte bei den Lesern außergewöhnlich positiv. Überraschend, weil ein solcher Ton, zumal Braunton, einfach ein eingeschränkteres Einsatzgebiet haben muß. Dennoch verfehlt der sympatische lebendige Farbton und das wundervolle Shading nicht seine Wirkung. Die Lie de Thé, ein von mir bisher noch unerkanntes Juwel aus der großen Herbin-Palette. Das hat mir wiederum gezeigt, welch Potenzial hinter den verschiedenen Tinten steht. Durch die Tintenbesprechungen habe ich viel gelernt und kann heute mit den Farben viel besser umgehen. Auch sehr wichtig: Ich kann meine Federn wesentlich besser zur Geltung bringen mit der passenden Tinte.

 

Danke bei der Gelegenheit auch an die Mitglieder des Penexchange-Forums, die die Tinte lebhaft kommentiert haben.

 

Thomas

Sehr ausgeprägtes Shading mit einer B-Feder
Sehr ausgeprägtes Shading mit einer B-Feder
Links Pelikan M215, Feder F. Daneben Lamy 2000, Feder B
Links Pelikan M215, Feder F. Daneben Lamy 2000, Feder B
Wassertropfen
Wassertropfen
Lamy 2000, B auf Moleskine mit der typischen Fiederung dieses Papiers, aber schöne Farbkombi
Lamy 2000, B auf Moleskine mit der typischen Fiederung dieses Papiers, aber schöne Farbkombi

31.8.14, Scans von Erasmus im Vergleich zur MB Toffee Brown (wird unter dieser MB-Tinte zudem gesondert eingstellt.).


Ich mag an der Lie de Thé die Schattierung, die so schön vom Rehbraun ins Grünliche geht, was außergewöhnlich ist. 


Vielen Dank und viele Grüße, Thomas

Kommentare: 5
  • #5

    Thomas PAF (Samstag, 20 Juli 2013 20:06)

    Auch eine meiner Lieblingstinten, Katharina. Die Schattierung ins Grünliche gefällt mir sehr. VG Thomas

  • #4

    Katharina NEW (Freitag, 19 Juli 2013 13:40)

    Ich habe diese Tinte vor zwei Wochen gekauft und schreibe alles damit, weil ich sie so schön finde. (Glasfeder, Lamy 006-F)
    Und noch ein kleiner Bonus. Beim Schreiben mit der Glasfeder habe ich meine Kleidung mit Tinte bespritzt: Die Tinte ging ohne Rückstände beim normalen waschen raus.

  • #3

    Thomas von PAF (Freitag, 07 September 2012 16:47)

    Werde noch die Lie de Thé mit dem Edison Collier F einfügen. Die Tinte gehört zu meinen Lieblingstinten; wo ich doch früher keine braunen Tinten benutzt habe ...

  • #2

    pens-and-freaks (Mittwoch, 01 August 2012 16:35)

    Hallo Michael,
    ich habe oben einige Scans ergänzend eingestellt und dabei für Clairefontaine und Moleskine meinen Lamy 2000 B verwendet. Bei insgesamt sehr überzeugendem Tintenfluß ist bei der breiten Feder das Shading sicherlich auffälliger, es ist aber auch bei der feinen Feder vorhanden. Nach meiner Einschätzung ist diese herausragende Eigenschaft dieser Tinte, Rehbraun und Gold mit minimal Grün (vielleicht) bei den unterschiedlichen Federbreiten vorhanden.

    Viele Grüße: Thomas

  • #1

    Michael-HH (Mittwoch, 01 August 2012 08:23)

    Hallo Thomas, vielen Dank für diese Vorstellung. Da wird man bei dem Anblick schwach und würde sofort zugreifen. Wenn die MB Toffee nicht schon in der Schublade lagert und derzeit etwas zu kurz zum Einsatz kommt. Diese Farbe wird auf die Wunschliste weit nach oben dazu geschrieben.

    Bei welcher Strichstärke kommt die Schattierung am besten durch?
    Ich kann es auf dem Bildschirm nicht 100% erkennen.

    Viele Grüße
    Michael