Tintenbetrachtung: Pelikan 4001 Brillant-Grün

Eine Tinte, die ich früher ganz anders gesehen habe. Nach einer eher mäßigen Einschätzung hatte ich sie letztes Jahr in einem Aurora Ipsilon F belassen und im Verlauf einen sehr guten Eindruck gewonnen. So sind sie halt, die Tintenbetrachtungen. Man lernt sehr viel dazu.

Diese Tinte gibt es im klassischen 30-ml-Flacon und als Patronen. Günstiger Preis und gute Verfügbarkeit sind gute Argumente.

Die Tinte zeigt ein strahlend markantes Grün mit Gelbanteilen und mäßiger Sättigung, dabei sehr hohe Randschärfe und feines Shading. Negativa sehe ich nicht, vor allem zeigt sie keine der gefürchteten Eigenschaften von Grüntinten, nämlich Fiederung und Durchbluten. Das macht sie auch als Markiertinte auf allen möglichen Papieren so interessant. Markant, aber nicht aufdringlich. Signalfarbe, aber kein Schreien. Der Tintenfluß ist durchschnittlich gut, aber nicht trocken.

Meine Einschätzung

Was hat diese Tinte bei mir für eine Entwicklung hinterlassen: Inzwischen ist sie einer meiner Standardtinten geworden. Sie ist sicher nichts für eine Korrespondenz, da gibt es gedecktere Grüntinten, vielleicht bei Creme-farbenem Papier. Mir gefällt das Shading, die Schrift sieht nach Füllhalter und nicht nach Filzstift aus.

Sie wird aber nicht jedem gefallen können, die Tinte grenzt sich farblich zu anderen Standardtinten wie von Parker, Waterman oder Lamy deutlich ab. Für Zwecke, wie ich sie einsetze, eher zur Markierung oder einem kurzen Eintrag zur Hervorhebung im Kalender, dafür ist sie gut geeignet und hat einen Probeeinsatz verdient. Wenn man höhergesättigte Tinten kennt, sind solche Tinten manchmal nicht so einfach zu mögen. Auf den zweiten Blick kann es aber eine ganz wertvolle Tinte sein, die man nicht mehr missen möchte. Im Dauereinsatz wird man dann merken, daß sie nichts verstopft, keine Verkrustungen zeigt und zu keinen Verfärbungen führt.

Daumen hoch für die brave Brillant-Grün.

 

Thomas

Abgrenzung zu anderen Grüntinten

Kommentare: 1
  • #1

    Alfred (Mittwoch, 15 November 2017)

    Ich verwende derzeit die neuere DUNKELgrüne aus dem Hause Pelikan in einem Al-Star - und sie fliesst darin besser und vom Schreibgefühl her angenehmer als Lamys eigene Blaue (womöglich sogar dessen Grüntinte - habe ich nicht ausprobiert)!
    Tja so herum kann's auch manchmal gehen...