Hongdian stammt aus Shenzhen in China und gehört der Shenzhen Hongdian Culture & Creative Co. Ltd. Hongdian heißt roter Punkt. Rot steht für Glück, Erfolg, Wohlstand.
Ich will gleich auf den Punkt kommen. Der 1866 kostet rund 20 Euro und ist in Deutschland problemlos zu bekommen. Möglicherweise gibt es noch günstigere Quellen direkt aus China.
Interessant ist die Frage zu beantworten, welche Qualität heute dafür geboten wird. Materialqualität, Schreibverhalten und vor allem Haltbarkeit. Letzteres muß formal noch offen bleiben Dafür habe ich den 1866 nicht lang genug
Nach Angaben des Herstellers besteht der Corpus aus Ebenholz, einem hochwertigen Holz aus Asien oder Afrika. Sehr dunkles, extrem hartes und schweres Holz. Das Material ist geriffelt. Eigentlich sieht es eher nach Plastik aus. Genau sagen kann ich es nicht.
Die Schraubkappe und der hintere Abschluß sind aus Metall, ebenso das Griffstück. Die mittelgraue Beschichtung paßt sehr gut und läßt den Halter hochwertig erscheinen.
Der Hochglanz-Clip ist fremdgefedert und erinnert an Lamy. Die Funktionalität ist sehr gut.
Die Stahlfeder ist farblich passend beschichtet und hat eine eigenständige Optik. Die Prägung dürfte eine Lagerung sein. Die Federstärke, hier EF, ist angegeben. Es gibt auch F und M und andernorts ich B. Möglicherweise gibt es weitere Varianten, die mir nicht geläufig sind,
Die Kappe öffnet und schließt mit einer geringen Umdrehungszahl von 1 1/4 fest und sicher. In der Kappe ist ein Kunststoff-Inlay und läuft sich rund solide auf Metall am Griffstück-Gewinde. Ich habe einen ausreichend soliden Eindruck. Die Kappe wird sich versehentlich nicht öffnen. Und sie schließt nicht nur sicher, sondern auch luftdicht.
Sehr dekorativ und fein gemacht ist das obere Kappenende. Ein bißchen wie Graf von Faber-Castell sieht das aus, aber erscheint mir dennoch eigenständig genug.
Hier die Musterung (Längsrillen) des Corpus und folgend der sichere Verschluss des Corpus auf dem Griffstück Metall auf Metall mit leichtem Lauf und sicherer Arretierung mit Gummiring
Maße und Gewichte:
Schriftbeispiel mit rigider Feder, sehr gutem Fluß, konsistent ohne Anschreibprobleme. Leichte Strichvariation bei höherem Druck. Leichtes und verläßliches Schreiben mit feinem Strich, etwas schmaler als bei westlichen Federn und eher etwas breiter im Vergleich zu japanischen Federn z. B. von Pilot oder Platinum.
Die Feder läuft recht weich und leise und ist nicht überpoliert. Guter Schreibkomfort über alles. Sehr gleichmäßiger Tintenfluß auch bei längerem Schreiben.
Zusammenfassende Beurteilung:
Auch wenn eine auf längerem Einsatz beruhende Einschätzung fehlen muß, macht der 1866 der chinesischen marke Hongdian einen rundum sehr guten Eindruck. Für 20 Euro bekommt man ein in jeder Hinsicht durchdachtes und auch attraktives Produkt. Naturgemäß ist Design, Handling und die Tatsache, ein chinesisches Produkt zu benutzen, eine reine Ansicht- und Geschmackssache. So auch das Metallgriffstück, das recht gut zur Hand liegt und die Ausbalancierung recht angenehm für mich ist.
Der 1866 erfüllt in Optik und Funktionalität (der Konverter nach internationalem Standard liegt bei) alle Erwartungen. In jeder Hinsicht kann er als "Business Pen" dienen, was ja eine höchste Auszeichnung ist,
Man steckt ihn in die Innentasche der Jacke oder des Jacketts und fertig. Er läuft nicht aus, schreibt immer sicher und konstant und trocknet nicht aus. Die Schraubkappe schließt mit wenig Umdrehungen und sicher.
Der Preis ist für die gebotene Leistung sehr angemessen.
Es ist erstaunlich, welche Fortschritte Schreibgeräte aus China in den letzten Jahren machen.
Ein zweites Exemplar in anderer Ausführung zeigt identische Eigenschaften.
Ich hoffe, dieser interessante Füllhalter und der Bericht haben euch gefallen.
Viele Grüße
Thomas und die Pens and Freaks
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Uwe (Sonntag, 08 März 2026 15:50)
Hallo Thomas,
vielen Dank für diesen Bericht! Dieser "lustige" Stift sieht aus wie eine Kreuzung aus dem GvFC Classic und dem Otto Hutt Design 04.
Ich würde es begrüßen, wenn du in ein paar Monaten eine Langzeit-Einschätzung nachschieben könntest! Ich durfte diesen Füller, allerdings in der Ausführung aus dem helleren "Bubinga-Holz", vor einiger Zeit bei einem Freund begutachten. Der Füller war ca. 3 Monate alt und wurde regelmäßig benutzt. Glaube mir, so etwas möchte man nicht haben! Sowohl die Metallteile wie auch das Holz waren angelaufen und fleckig. Na gut, beim schwarzen "Ebenholz" fällt das vielleicht nicht so auf! ;-)
Aber okay ... der Stift kostet weniger als 20 Euro! Für diesen Preis war er zeitweise sogar aus Titan (Ti1866) erhältlich! (???) Und dann wird das alles auch noch von einem Handwerker "manuell zusammengebaut und probegeschrieben und auf einwandfreie Qualität getestet". :-)))
Ja, es mag sein, dass die Produkte aus China erstaunliche Fortschritte machen. Aber man sollte auch nicht glauben, dass sie sie verschenken können.
Gruß
Uwe
Pens and Freaks (Sonntag, 08 März 2026 16:34)
Danke, Uwe. Ich bin auch gespannt.
Erfahrungsgemäß wird über chinesische Fertigung immer weniger gelacht, zumal ja chinesische Fertigung auch aus den USA oder Europa heraus üblich geworden sind.
Wenn man die Konstruktions- und Materialqualität mancher Lamy-Modelle Made in Germany sich ansieht. Während der chinesische Cross Edge in Funktion und Oberflächenqualität einwandfrei ist.
Die Federqualität jedenfalls läßt aufhorchen.
Viele Grüße Thomas
Uwe (Montag, 09 März 2026 11:15)
Ja, ohne Zweifel kann chinesische Fertigung in hoher Qualität erfolgen! Aber Marken aus den USA und Europa können diese Produkte aus chinesischer Herstellung in hoher Qualität auch nicht für 20 Euro verkaufen!
Ich werde bei Gelegenheit bei meinem Freund mal nachfragen, was aus seinem Hongdian geworden ist.
Gruß Uwe
Pens and Freaks (Montag, 09 März 2026 19:52)
Man wird es sehen, Uwe. Im robusten Einsatz als Arzt kann es nicht immer ein Montblanc 146 sein. Bei einem Platinum 3776 Century ginge es allerdings (aber auf die hochwertige Feder achten). Und da passt das zum Probieren. Und attraktiv sieht er ja durchaus aus.